Rezension: Die Buchhändlerin von Königsberg
Ich habe auf der Buchmesse dieses Buch entdeckt und wollte es möglichst zeitnah lesen:
Die Buchhändlerin von Königsberg von Christian Hardinghaus
Eine tapfere Buchhändlerin und die Kraft der Worte
Frieda ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Der Krieg hat ihr schönes Königsberg bisher kaum erreicht, aber die Spannungen sind deutlich spürbar. Ihre Lieblingsbücher werden verboten, in der Buchhandlung, dem Ort der freien Gedanken, trauen die Leute sich nicht, offen zu sprechen. Und dann musste auch ihr Verlobter an die Front. Frieda klammert sich an die Bücher, bis Königsberg angegriffen wird und die Bomben fallen. In diesen dunklen Stunden sucht Frieda nach Hoffnung zwischen den Seiten. Doch wie weit können Worte durch schwere Zeiten tragen?
Ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut und wurde nicht enttäuscht. Aber Achtung, teilweise ist es wirklich hart zu lesen.
In Bezug auf die Handlung muss man sagen, dass wir eigentlich viel früher in die Geschichte von Frieda eintauchen, als der Klappentext vermuten lässt: nämlich zum Ende ihrer Schulzeit. Grundsätzlich hat mir das sehr gut gefallen, weil man auch mitbekommt, wie Frieda zur Buchhändlerin wird. Als Buchliebhaberin habe ich das einfach sehr gerne gelesen. Allerdings hat man dann auch schon bald 150-200 Seiten gelesen, bis man dann zu den eigentlichen Punkten aus dem Klappentext kommt. Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, wenn der Klappentext so viel verrät, aber im Nachgang des Lesens fand ich auch gut, Frieda auch als unbeschwerte und glückliche Frau kennenzulernen.
Der Schreibstil gefiel mir gut, sodass ich das Buch flüssig und gut weglesen konnte. Der Beginn des Buches, in dem der Weg zur Buchhändlerin beschrieben wurde, war einfach schön zu lesen. Hierbei möchte ich besonders hervorheben, dass ich es sehr gelungen fand, wie Frieda’s Liebe zu Büchern beschrieben wurde. Das konnte ich sooo nachvollziehen und fühlte mich dadurch auch sehr schnell verbunden mit ihr. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem man merkt, dass der Krieg näher kommt, hält eine kontinuierliche und bedrückende Spannung an. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Frieda ausgeht (bzw. dass es hoffentlich gut für sie ausgeht).
Wie bereits erwähnt, war mir Frieda durch die gemeinsame Liebe zu Büchern sehr schnell ans Herz gewachsen und auch Frieda’s Eltern, Freundinnen und weitere Wegbegleiter, die ich aus Spoilergründen nicht nenne, waren einfach liebenswert. Allerdings muss ich auch gestehen, dass manche Kapitel wirklich hart zu lesen waren, weil es mir einfach so weh tat, was Frieda und ihre Bekannten durchmachen mussten. Es ist wirklich sehr eindrücklich und realistisch beschrieben, was mich allerdings manchmal stocken ließ.
Das Ende ließ mich mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Zunächst war ich verärgert und traurig, weil ich mir für Frieda ein anderes Ende gewünscht habe, andererseits muss ich zugestehen, dass es ein realistisches Ende war und den Fokus auf ein wichtiges Thema rückte.
Fazit
Ich habe das Buch wirklich sehr gern gelesen und empfehle es an dieser Stelle auch gerne weiter. Ich mochte Frieda mit ihrer Liebe zu Büchern von Beginn an. Dadurch hat es mir zwischenzeitlich aber auch das Herz zerrissen als ich las, was sie alles zu Kriegszeiten durchmachen musste.

Das klingt nach einem sehr spannenden Roman, der gut in mein Beuteschema paßt. War so frei, mir Deine Empfehlung auf die Liste „Interessante Bücher, die ich lesen will“ zu setzen. Leider gibt es den noch nicht in unserer Bibliothek.
Ich bin gespannt, wie mir der Roman gefallen wird nach Deiner begeisterten Schilderung.
Liebe Grüße,
Frau Mirtana