Rezension Babydoll

Lange war dieses Buch auf der Wunschliste. Vor Kurzem habe ich es mir gekauft und direkt verschlungen.

Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es für Lily kein Zurück zur Normalität gibt. Zu viel ist geschehen, zu tief sind die Wunden, die sie und ihre Familie durch die Entführung davongetragen haben. Schritt für Schritt tasten sie sich in eine mögliche Zukunft, ohne zu ahnen, dass die dramatischste Bewährungsprobe noch vor ihnen liegt. Denn selbst im Gefängnis plant Lilys Entführer bereits, wie er sie, seine Babydoll, für ihren Ungehorsam bestrafen wird …

Ich erwartete ein Buch voller Spannung und war besonders interessiert daran, wie die Protagonistin mit ihrer Vergangenheit und dadurch beeinflusst auch mit der Gegenwart umgeht.
Und so war es auch… Das Buch hatte mich innerhalb der ersten Seiten gefangen genommen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Besonders interessiert war ich an der Handlung. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie sich Lilys Familie bedingt durch ihre Entführung verändert hatte, wie sie mit ihrer Rückkehr umgehen und wie auch Lily selbst in ein normales Leben, soweit dies möglich ist, zurückkehren wollte.

Hier wurde ich angenehm überrascht, welche Aspekte angesprochen und behandelt wurden: Lilys Beziehung zu ihrer Schwester, zu ihrer Mutter, zu ihrer ersten Liebe, zu ihrer eigenen Tochter, aber auch die Beziehungen der Personen untereinander. Und dabei wurden nicht nur durch die Entführung hervogerufene Gefühle und Gedanken angesprochen, sondern auch solche, die eben schon vorher eine Rolle spielten.

Das Buch ließ sich, wie oben schon erwähnt, sehr gut lesen. Ich flog nur so durch die Seiten! Das lag unter anderen an der Spannung, die dieses Buch durchgängig innehatte. Die Atmosphäre war zunächst sehr beklemmend. Ich habe beim Lesen solche Angst, dass der Entführer Lily bei ihrem Fluchtversuch erwischt…

Die Charaktere fand ich ebenfalls gut ausgearbeitet. Lily ist eine wirklich starke Protagonistin und entwickelte sich enorm. Aber auch Lilys Familie bestand aus interessanten Personen. Hier mochte ich vor allem den Realitätsbezug, denn Lilys Familie hat sich aufgrund der Ereignisse stark verändert und einige Personen aus ihrem Umfeld hatten, starke Probleme seit ihrer Entführung. Ein weitestgehend „normales“ Leben schien unmöglich.

Ungefähr bei der Hälfte der Lektüre wurde ein Aspekt in die Geschichte eingeführt, bei dem ich mir echt Sorgen machte, dass dieser dazu führen wird, dass ich das Buch so garnicht mehr mag. Ich muss aber sagen, dass ich es sehr gut fand, inwiefern mit diesem Punkt umgegangen wurde und dieses „Problem“ aus der Welt geschaffen wurde. (Ihr kennt das schon. Ich möchte euch nicht spoilern und bleibe deswegen so kryptisch. Falls ihr das Buch gelesen habt, hier ein Hinweis: die Beziehung zu Lilys erster Liebe)

Positiv erwähnen möchte ich auch das Ende. Es gibt zunächst noch eine überraschende Wendung, aber was ich wirklich!! gut fand war, dass das Ende nicht so dargestellt wurde, als sei alles vergessen und alles ist wieder wunderbar und normal. Das ist es nicht! Es braucht lange für alle Beteiligten, eine solche Situation zu verarbeiten, wenn das überhaupt möglich ist. Ich fand es gut, dass das Ende so realistisch dargestellt wurde.

Fazit
Mir hat Babydoll wirklich gut gefallen. Es hat mich in seinen Bann gezogen! Es ist keine leichte Thematik, aber ich fand es interessant zu sehen, wie sich die Beziehungen der handelnden Personen entwickeln und wie die Protagonistin versucht, solche Erlebnisse zu verarbeiten und in das Leben zurückfinden möchte.
Wenn ihr vor solchen Thematiken nicht zurückschreckt, kann ich es nur empfehlen.

 

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